Underachiever | Hochbegabung

Gefunden in Brainlogs:

„Underachiever haben enorme psychische Auffälligkeiten, sie haben negative Einstellungen von sich selbst und zeigen Verhaltensauffälligkeiten von ängstlich bis aggressiv. Sie stellen sich selbst in Frage, haben eine niedrige Selbstwirksamkeitserwartung und befinden sich in sozialer Randständigkeit. Auch arbeiten sie ineffizient, denn selbst wenn sie lernen, kommt nicht viel dabei heraus.“

So würde ich mich auch beschreiben. Andererseits findet man zumindest in meinem Fall auch auffällige mathematisch-logische Fähigkeiten, Sorgfalt und Gründlichkeit bis zum Perfektionismus, das Talent, schwierige Zusammenhänge geduldig und anschaulich zu erklären, eine gewisse Musikalität auch ohne entsprechende Erziehung oder Ausbildung.

Auch bin ich Kopfmensch, und kein Handwerker. Eine Leistung, die ich mit meinem Gehirn vollbringe, befriedigt mich viel mehr als das, was ich mit meinen Händen schaffen könnte. Deshalb programmiere ich auch lieber im Kopf, als daß ich Programmcode eintippe. Letzteres langweilt mich schnell.

Als wandelndes Lexikon sehe ich mich selbst nicht, auch wenn ich vieles weiß. Besonders ist vermutlich eher meine Fähigkeit, auch schnell Informationen zu finden, die ich eben nicht im Kopf habe – welche mir z.B. bei Rätseln im Internet eben jenen Ruf des wandelnden Lexikons einbrachte.

Ich lese viel und gerne, habe bereits mit vier Jahren damit begonnen. Aufgrund dieser Tatsache habe ich vermutlich auch einen größeren Wortschatz, und kann mich sprachlich überwiegend korrekt ausdrücken. Wenn ich nur wenige Fremdwörter verwende, liegt das nicht an fehlendem Verständnis, sondern weil ich der Meinung bin, daß man soweit wie möglich allgemeinverständlich und damit deutsch sprechen und schreiben sollte.

Ich habe ein sehr gutes Zahlengedächtnis, jedoch nur, wenn ich die Zahlen regelmäßig wiederhole. Daher ist es z.B. kein Problem für mich, die ersten zwanzig Nachkommastellen von Pi aufzusagen. Ich hatte mal fünfzig Stellen gelernt, aber da einem niemand so lange zuhört, habe ich nur die ersten zwanzig behalten.

Namen kann ich mir nur merken, wenn ich mit den Personen häufig zu tun habe. Aber auch dann kann es passieren, daß ich erst einen Augenblick lang überkagen muß. Nur Gesichter vergesse ich nie, erkenne ich auch noch nach vielen Jahren wieder. So z.B. eine Frau, mit der ich mehr als zehn Jahre zuvor in derselben Tanzschule war. Oder weniger bekannte Filmschauspieler in irgendwelchen Nebenrollen.

Heute las ich einen Artikel im Aprilheft von Gehirn & Geist (ich hinke mit meinen Zeitschriften derzeit ein paar Monate hinterher) über Arbeitszufriedenheit, ein interessantes Thema für mich. Im Untertitel hieß es vielversprechend:

„Wer in seinem Job unglücklich ist, vertut sein halbes Leben. Die Kunst besteht darin, eine Tätigkeit zu finden, die den eigenen Fähigkeiten optimal entspricht.“

Das wußte ich allerdings beides schon, ja, ich hätte wohl den ganzen Artikel selbst schreiben können. Nur bin ich nach dem Lesen leider kein bißchen besser in der Kunst, eine Tätigkeit zu finden, die den eigenen Fähigkeiten (s.o.) optimal entspricht. Kann es sein, daß Underachiever damit besondere Schwierigkeiten haben? Oder ist es einfach so, daß es keinen solchen Job gibt?

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