Dalai Lama, Christen – und die Medien

Medienmagazin „pro“: Kommentar.

Im Gegensatz zu Jürgen Mette kritisiere ich den Dalai Lama und seine Religion. Und ich bestreite seine Verdienste für den Frieden. Was hat der Mann denn getan, außer lächelnd „Weisheiten“ auf dem Niveau von Kalendersprüchen von sich zu geben?

Daß gegen den Kongreß viel schärfer protestiert wurde, liegt einfach daran, daß Schwule erheblich aktiver sind als Religionskritiker. Der Dalai Lama selbst ist auch ziemlich harmlos, den kann ich einfach ignorieren. Er kommt nur hin, wo er willkommen ist, und mischt sich nicht ungefragt bei Themen ein, von denen er keine Ahnung hat. Im Gegensatz zu den greisen Bischöfen, Kardinälen und ihrem obersten Chef, die meinen, ausgerechnet sie wären Spezialisten bei Themen wie Familie oder Sexualität.

Aber die Religionen sind gefährlich, nicht nur als Opium fürs Volk. Auch durch den alleinigen Anspruch auf die „Wahrheit“ werden Religionen zu gefährlichen Ideologien. Vor allem dann, wenn sie – wie im Fall der „Homosexuellenheilung“ – sich in das Leben anderer, an und für sich friedlicher Menschen einmischen, und ihnen vorschreiben wollen, wie sie zu leben haben.

Und dabei haben diese beiden doch soviel gemeinsam: Beide Religionen werden von alten Männern geführt, und die Anhängerschaft ist überwiegend weiblich. Daher werde ich dem eingeschnappten Jürgen Mette auch den Gefallen tun, und seine Religion genauso respektlos behandeln wie die des Dalai Lama.

Und hören Sie mir bitte auf mit „religiösen Gefühlen“, Herr Mette! Das ist eine unsägliche Erfindung von religiösen Menschen, die keine Kritik an ihrer Religion ertragen. Umgekehrt werden Ungläubigen jedoch keine „atheistischen Gefühle“ zugestanden. Denen gegenüber teilen alle Religionen gerne Kritik aus. Da vergleicht man Atheisten z.B. sorglos mit Hitler und Stalin, denn Erstere haben ja keine Gefühle, die damit verletzt werden könnten.

Doch die moderaten Religionen, bei denen die Glaubensinhalte bis zur Unkenntlichkeit aufgeweicht wurden, sind sowieso langsam aber sicher dem Untergang geweiht. Die Zukunft wird einerseits den Ungläubigen, Heiden und Atheisten gehören, andererseits denjenigen, die ihre Religion nicht verwässern: den Fundamentalisten…

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