Hirnfreier Raum

Hätte Guido Westerwelle sich nicht bereits vorher in meinen Augen disqualifiziert, dann hätte er es jetzt geschafft. In einem Interview im aktuellen SPIEGEL hat er „Jehova“ gesagt. Genaugenommen das Unwort des Jahres: „rechtsfreier Raum“. Und dieses selbstverständlich im immer wieder gleichen Kontext: „Das Internet ist kein rechtsfreier Raum.“

Dieser Satz scheint ein beliebter Textbaustein zu sein, für all diejenigen Politiker, die ansonsten zu wenig Ahnung haben, um beim Thema „Internet“ mitreden zu können. Ehe man etwas falsches sagt, wiederholt man lieber Wort für Wort das, was schon andere Unwissende von sich gaben.

Der Satz an sich ist ja auch gar nicht falsch. Er ist nur völlig überflüssig, etwa wie „Deutschland ist kein regenfreier Raum“ oder „Der Schädel ist kein hirnfreier Raum“. Obwohl man Letzteres vielleicht bei manchen Leuten, die von „rechtsfreien Räumen“ faseln, vermuten könnte.

Um diesem Treiben Einhalt zu gebieten, hilft meiner Ansicht nach nur eines: Da Steinigungen zumindest in Deutschland außer Mode gekommen sind, wird jeder Gebrauch des Ausdrucks „rechtsfreier Raum“ ab sofort mit einem Beitrag von zwei Euro in die Kasse geahndet. Oder doch lieber Kreuzigung? Zur Tür hinaus, linke Reihe anstellen, jeder nur ein Kreuz…

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