Mein Körper und ich

Würde eine Leiche in ihre Einzelteile zerlegt, verarbeitet und verkauft, käme man auf einen Erlös von bis zu 250 000 Dollar.

Das las ich heute im SPIEGEL, in dem Artikel über die Firma Tutogen, welche anscheinend Leichenteile aus der Ukraine über Deutschland in die USA verkauft. Wenn auch mein Körper soviel wert sein sollte, wäre meine Organspende ganz schon großzügig. Vielleicht kann ich schon zu Lebzeiten meinen Körper für sagen wir mal 200 000 Euro reichen Amerikanern überlassen? Dann fließt das Geld nicht in dubiose Kassen, und ich bin meine finanziellen Sorgen los.

Die Hamburger Politologin Ingrid Schneider argumentiert, „daß der Körper kein Rohstoff sei, den man beliebig verkaufen könne.“ Auch im weiteren Artikel wird wenig differenziert behauptet, daß der Körper keine Sache sei. Ich halte es aber für enorm wichtig, dabei zwei ganz unterschiedliche Zustände des Körpers zu unterscheiden – den lebenden und den toten, also den Leichenzustand. Der lebende Körper ist bestimmt keine Sache und kein Rohstoff. Der tote Körper jedoch hat bis auf das äußere Erscheinungsbild nichts mehr mit dem lebenden gemein.

Natürlich soll man einen Körper nicht beliebig verkaufen können: Einzig ich allein habe das Recht über meinen Körper, sowohl über den lebenden (den ich noch eine Weile behalten möchte), als auch über meine spätere Leiche. Wer also Teile davon nach meinem Ableben kommerziell verwenden möchte, der zahle mir entweder jetzt gleich eine ansehnliche Summe dafür. Oder er zahle diese an meine Erben.

Ich finde es prinzipiell ok, wenn tote Körper medizinisch genutzt werden. Ansonsten wäre ich ja auch kein Organspender. Als Skandal empfinde ich jedoch, wenn dieses gegen den Willen der Besitzer bzw. deren Nachkommen geschieht, und/oder sich Andere auf Kosten dieser bereichern.

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