Länger haltbar…

Da sich immer wieder Leute über die länger haltbare Milch (auch als ESL-Milch bekannt) aufregen, und ganz offensichtlich einseitig Fakten verbreiten, möchte ich nun auch mal meinen Senf aus Sicht eines milchtrinkenden Verbrauchers hinzugeben.

Einen Geschmacksunterschied kann ich nicht feststellen, allerdings trinke ich (aus gesundheitlichen Gründen) nur fettarme Milch. Eventuell ist ein Unterschied zu bemerken, wenn man Vollmilch miteinander vergleicht. Auf jeden Fall schmeckt länger haltbare Milch besser als H-Milch.

Auch ist der Vitamingehalt höher als bei H-Milch. Gegenüber normaler Milch ist der Verlust durch die besondere Behandlung auch nicht besonders hoch. Er soll ungefähr bei 10 % liegen. Das bedeutet, daß ich den Verlust einfach dadurch ausgleichen kann, indem ich ca. 10 % mehr trinke. Und das tue ich im Vergleich zum Durchschnitt sowieso schon, da ich bestimmt das Doppelte eines „Durchschnittsbürgers“ pro Jahr an Milch verzehre.

Außerdem profitiert nicht nur der Handel von der längeren Haltbarkeit, sondern auch der Verbraucher. Seit es die länger haltbare Milch gibt, mußte ich keine Milch mehr wegschütten, weil sie das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hatte. Ja, ich kann vor einer einwöchigen Abwesenheit Milch einkaufen, so daß ich sogar dann, wenn ich am Sonntag zurückkehre, frische Milch zuhause habe. Da ich die Packung nicht gleich nach dem Kauf öffne, sondern erst dann, wenn ich die Milch trinken will, profitiere ich ganz klar von der längeren Haltbarkeit.

Und was die aufwendigere Herstellung betrifft, die angeblich stärker die Umwelt belastet: Dagegen muß man auch etwas anderes aufrechnen. Solange Frischmilch nur vier bis sechs Tage haltbar war, mußte ich zweimal pro Woche ca. vier bis sechs Liter Milch einkaufen. Nun bringe ich beim wöchentlichen Einkauf ca. acht Liter mit, und kann davon die ganze Woche zehren, ohne daß ich befürchten muß, daß mir die Milch gegen Ende der Woche schon schlecht wird.

Natürlich bin ich für eine eindeutige Kennzeichnung in den Regalen, aber nicht nur bei Milch. Gegen das Produkt „ESL-Milch“ als solches habe ich aber nichts einzuwenden, weil es nicht nur dem Handel, sondern auch mir den Alltag erleichtert.

Da habe ich schon eher zwiespältige Gefühle gegenüber den Packstationen von DHL (über die ich bestimmt auch nochmal einen langen Eintrag verfassen werde). Denn so sehr ich persönlich davon profitiere, weil ich nicht mehr auf die Öffnungszeiten von Postämtern angewiesen bin, sehe ich doch auch, daß die Gelegenheit genutzt wird, Personal bei der Post abzubauen und Filialen zu schließen.

Aber um das Thema „Service“ gleich aufzugreifen: Wünschenswert fände ich ein System wie in England, wo man die Milch zumindest abseits der Großstädte jeden Tag vor die Haustür geliefert bekommt. Wenn es so etwas bei uns gäbe, würde ich auch auf länger haltbare Milch verzichten können. Aber soweit ich weiß, sprechen bei uns Hygienevorschriften dagegen. Hier in Deutschland ist es ja schon nicht einfach für einen Bauern, Milch direkt vom Hof zu verkaufen, da er sich dann wohl strengen (und teuren) Prüfungen unterziehen müßte.

Auch der Handel muß natürlich bestimmte Vorschriften bei der Lagerung von Milch und Milchprodukten einhalten. Und irgendwie scheinen all diese deutschen Vorschriften nicht mit einem Lieferservice in Einklang zu bringen sein. Wahrscheinlich ginge das hier in Deutschland nur mit erhöhtem technischen Aufwand, also zum Beispiel dem Einsatz von Kühlfahrzeugen. Während in England die bekannten kleinen, flotten Fahrzeuge, die man auch prima elektrisch betreiben kann, Tag für Tag frische dairy products ausliefern.

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