Homöoidiotie

NIGHTLINE » Blog Archive » Liebe Ursula von der Leyen,.

Es ist alles bereits zigmal gesagt worden. Deswegen zitiere ich an dieser Stelle einfach nur aus der Wikipedia:

Schon im 19. Jahrhundert erlangte die Homöopathie einen schlechten Ruf. 1851 bezeichnete der Mediziner Robert Mortimer Glover sie als die schlimmste Art von Quacksalberei, die es je gab und vermutlich je geben würde.[40] Bis heute existiert weder ein formaler, reproduzierbarer Nachweis noch eine akzeptable naturwissenschaftliche Begründung für eine Wirksamkeit der Homöopathie, die über den Placebo-Effekt hinausgeht. Sie wird deshalb von dem Großteil der wissenschaftlichen Medizin als wirkungslose, in einigen Fällen sogar gefährliche Behandlung abgelehnt.

Weiterhin werden auch die theoretischen Grundprinzipien der Homöopathie angegriffen. Das Ähnlichkeitsprinzip wurde von Hahnemann aufgrund eines Selbstversuches mit Chinarinde aufgestellt, dieser gilt aber als nutzlos, da er nicht reproduzierbar ist und Hahnemann möglicherweise bloß eine allergische Reaktion auf die Chinarinde zeigte. Der Ansatz der Homöopathie beruht somit auf einem Irrtum und dessen dogmatisch-naiver Generalisierung. Das zweite wichtige Prinzip der Homöopathie, das besagt, dass homöopathische Medikamente in verdünnter („potenzierter“) Form wirksamer seien als unverdünnt, ist ebenfalls nach heutigen medizinischen und physikalischen Erkenntnissen unbrauchbar. Für den Glauben, dass unbekannte Vorgänge den jeweiligen Stoff beim Potenzieren zum Medikament machen, gibt es keine Hinweise.

Die homöopathische Medikation nach dem „Ähnlichkeitsprinzip“ ist zudem nicht nachvollziehbar, da sie ausschließlich auf den äußerlich sichtbaren Symptomen des Patienten beruht und keine wissenschaftlichen Untersuchungen wie etwa Röntgenbilder, Ultraschall und Gewebeproben herangezogen werden. So müssen bei konsequenter Durchführung beispielsweise allergisch, bakteriell oder viral hervorgerufene Erkrankungen gleich behandelt werden, wenn sie dieselben Symptome zeigen.

Des Weiteren beruht die Medikamentenwahl ausschließlich auf der subjektiven Einschätzung des Homöopathen, ob Dinge äußerlich ähnlich sind oder nicht. Der Rorschachtest beispielsweise zeigt aber, wie unterschiedlich Wahrnehmungen interpretiert werden können und wie diese Interpretationen von Erfahrung und Fantasie abhängig sind. Es muss somit erwartet werden, dass die Behandlung einer Krankheit je nach Biographie des Homöopathen unterschiedlich ausfällt. Eine richtige homöopathische Behandlung gibt es nicht, da es keine einheitliche Vorstellung von Ähnlichkeit gibt.

Frau Dr. med. von der Leyen, Schirmherrin des evangelikalen Jugend-Kongresses Christival, scheint demnach nicht dem „Großteil der wissenschaftlichen Medizin“ anzugehören.

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4 Gedanken zu “Homöoidiotie

    1. Ich weiß zwar nicht, ob es der „größte Schwurbelfaktor“ ist. Aber daß sich bei den Grünen noch einige Esoteriker tummeln, muß ich leider zugeben. Dies und die latente Technikfeindlichkeit waren mehrere Jahrzehnte lang für mich Gründe, nicht bei den Grünen einzutreten. Aber auch wenn beides noch vorhanden ist: Es handelt sich mittlerweile um eine verschwindend kleine Minderheit, die zum Glück nicht mehr den Kurs der Partei bestimmt. Und darunter sind diejenigen, die aus Entsetzen über die inzwischen sehr pragmatische Fortschrittspolitik der Grünen immer wieder mal austreten. Siehe auch Barbara Rütting.

  1. Das mag ja sein. Aber oben genannte Damen sitzen an wichtigen Stellen (Gesundheit und Europa). Wenn es tatsächlich nur eine „verchwindend kleine Minderheit“ ist, warum läßt man sie dort sitzen und ihren Müll verbreiten?

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