Was bilden die sich eigentlich ein?

Würden Sie sich von Männern in komischen Fummeln, die noch nie verheiratet waren, und mit Frauen auch nichts am Hut haben, erzählen lassen, wie Sie Ihre Ehe führen bzw. Ihre Sexualität leben sollten? Nein, die Rede ist nicht von Schwulen beim Christopher Street Day, sondern von katholischen Priestern und Bischöfen. Diese bilden sich ein, sie müßten den Rest der Menschheit mit ihren kruden Vorstellungen beglücken. Vermutlich weil sie davon ausgehen, die Moral allein für sich gepachtet zu haben.

Und weil sie ausblenden, daß die Mehrheit der Menschen nicht mehr diesem zweitausendjährigen Kult um den Zimmermannssohn und Wanderprediger aus Nazareth anhängt. Dem wird zwar der eine oder andere schlaue Satz zugeschrieben. Doch kann man einfach so dessen Ratschläge an ein Hirtenvolk auf die heutige Zeit übertragen?

JHWH hatte über zweitausend Jahre Zeit für ein Update der zehn Gebote. Aber noch immer warten Christen (und Juden) auf sinnvolle Gebote wie: „Du sollst nicht im Wartezimmer mit Deinem Handy telefonieren“ oder „Du sollst nicht schneller als 130 km/h fahren“. Zweitausend Jahre Geschichte mit all ihren Erfindungen und Entdeckungen sind spurlos an der Heiligen Schrift vorübergegangen. Die einzige Revolution, die letztlich auch für eine Abspaltung sorgte, war die deutsche Übersetzung durch Dr. Martin Luther, der dafür sorgte, daß man kein Latein oder gar Griechisch können mußte, um den Inhalt lesen zu können.

Doch auch heute noch stellen sich alte Männer in ihren bereits erwähnten Gewändern auf Kanzeln, und berufen sich auf dieses Buch, wenn sie anderen Menschen erzählen, was diese zu tun und zu lassen haben. Und oft habe ich den Eindruck, die haben das Buch nicht einmal richtig verstanden, wenn sie ihre eigenen Maßstäbe an Andere anlegen. Denen rufe ich die Worte ihres Herrn zu (in der Übersetzung des besagten Dr. Luther): „Du Heuchler, zieh am ersten den Balken aus deinem Auge; darnach siehe zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst!“ (Matthäus 7,5)

Alle Katholiken, die unsere derzeitige Bundesjustizministerin auffordern, entweder ihr Amt niederzulegen, oder aus der Humanistischen Union auszutreten, sollten obigen Vers aus dem Matthäusevangelium zwanzigmal am Tag wie ein Mantra vor sich hinbeten. Ich glaube zwar nicht, daß das wirklich hilft, aber es ist allemal besser, als wenn sie weiterhin solch einen Unsinn labern.

Wenn Ihr mit gutem Beispiel vorangehen wollt, dann tretet doch selbst aus einer Vereinigung aus, in der Kinderschänder vor Strafverfolgung geschützt werden. Und erwartet bloß nicht von uns, daß wir noch guten Gewissens „Ihr Kinderlein kommet“ zu Weihnachten singen werden!

Die katholische Kirche ist jugendgefährdend. Nicht nur wegen der sexuellen Übergriffe an Jugendlichen, nein, auch bereits Kleinkinder werden mit einer nicht mehr zeitgemäßen Weltanschauung überschüttet, die im späteren Erwachsenenleben bestenfalls nur für leichte, aber unnötige Schuldgefühle sorgt. Daher sollte der Ein- bzw. Zutritt zur katholischen Kirche grundsätzlich erst mit achtzehn Jahren erlaubt sein. So wie es auch bei anderen jugendgefährdenden Einrichtungen der Fall ist.

Und erzählt mir bitte nichts von „Einzelfällen“. All diese Einzelfälle sind über Jahrzehnte immer wieder von oben vertuscht worden, und die Betroffenen wurden von Diözese zu Diözese weiterversetzt, in der vagen Hoffnung, daß nicht wieder etwas passiert. Dabei handelte es sich nach deutschem Recht eindeutig um Straftäter. Im Gegensatz z.B. zu den beiden schwulen Pfarrern, der ihre Sexualität auch ausleben. Aber die habt Ihr sofort rausgeschmissen, ohne ihnen eine „neue Chance“ zu geben. Geht’s noch bigotter?

Macht nur weiter so, aber laßt bitte mich und alle anderen braven Menschen, die nicht an Euren Gott glauben, damit in Ruhe. Wenn Ihr Euch weiterhin auf diese Weise selbst demontiert, werdet Ihr in ein paar Jahrzehnten klein, radikal und fundamentalistisch wie Al Qaida sein. Angst und Schrecken verbreitet Ihr ja jetzt schon genug.

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