Scientology sollte als Kirche anerkannt werden

Eine der wenigen Aussagen von Scientologen, mit der ich übereinstimme, ist: „Scientology ist eine Kirche wie alle anderen auch.“ Ich kann, auch wenn katholische Bischöfe jetzt panisch aufschreien werden, keinen wesentlichen Unterschied erkennen, der es rechtfertigen würde, Scientology in Deutschland den offiziellen Status einer Kirche zu verweigern.

Aber freut Euch nicht zu früh über meine Zustimmung. Denn gleichzeitig bin ich entschieden dafür, allen Kirchen sämtliche Sonderrechte zu entziehen. Dazu gehören in Deutschland unter anderem der Einzug der Kirchensteuer (und damit die Bezahlung von Kirchenbediensteten) durch den Staat, das Recht auf Religionsunterricht an staatlichen Schulen, das Recht zur Diskriminierung von Arbeitnehmern aufgrund ihrer (fehlenden) Religionszugehörigkeit, und aus aktuellem Anlaß auch das Recht zu bestimmen, wie wir unsere Feiertage verbringen.

A propos Feiertage: Morgen ist ja nun mal wieder Karfreitag, der Tag, an dem wir alle (egal ob Christen, Moslems, Scientologen oder Atheisten) traurig darüber sein sollen, daß vor ca. zweitausend Jahren ein Wanderprediger aus Nazareth von den Römern ans Kreuz genagelt wurde. Meine Mutter stand mir viel näher als jener Jesus. Doch käme ich nie auf den Gedanken, anderen Menschen, die meine Mutter nicht einmal kannten, an ihrem Todestag das Feiern verbieten zu wollen.

Und hört mir bitte auf mit diesen „religiösen Gefühlen“, die immer nur dann hervorgekramt werden, wenn sie angeblich verletzt werden. Dieser Ausdruck ist doch nur eine Ausrede, die herhalten muß, wenn Kritik an dem geäußert wird, an das man fest glaubt. Liebe Katholiken, regt Euch doch bitte über die kirchlichen Kinderschänder ebenso sehr auf wie über das aktuelle Titelbild der Titanic. Aber merkwürdigerweise scheinen Priester, die sich an Kindern vergehen, keine „religiösen Gefühle“ zu verletzen.

Der Versuch, Jesus und seine Lehren zu stoppen, ist den Römern leider mißlungen, da irgendwelche Spinner einfach behaupteten, jener sei wieder lebendig geworden. Und noch mehr Spinner glauben auch noch zweitausend Jahre später daran! Wir gedenken jedoch am 20. Juli des Attentats auf Hitler, auch wenn Herr von Stauffenberg leider ebenso erfolglos blieb wie Pontius Pilatus.

Laßt uns also am Karfreitag der mißglückten Kreuzigung gedenken, vielleicht für ein Viertelstündchen am Vormittag. Und den Rest des Tages feiern wir, daß sich die verqueren Moralvorstellungen der katholischen Kirche zwar verbreitet, jedoch nie richtig durchgesetzt haben. Und daß sich deswegen trotz Herren wie Ratzinger oder Mixa z.B. Ricky Martin oder James Randi zu ihren angeblich so perversen sexuellen Neigungen bekennen dürfen.

Vielleicht treffen wir uns ja irgendwo im Internet bei einer virtuellen Feier? 😉

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3 Gedanken zu “Scientology sollte als Kirche anerkannt werden

  1. Darf ich die Liste ergänzen?
    Wenn ich die Königin von Deutschland wäre, würde ich obendrein den Kirchen/Religionen jegliche Dienstleistung im sozialen Bereich untersagen. Die schreiben sie sich nämlich fein auf die Wohltätigkeitsfahne ohne darauf hinzuweisen, dass der Löwenanteil an den Einrichtungen letztendlich sowieso über Zuschüsse, Landesmittel etc. vom Steuerzahler bezahlt wird.
    Dann lieber Schulen, Kindergärten, Senioreneinrichtungen auf öffentlicher Basis – indoktrinationsfrei, versteht sich.

    1. Wohltätigkeit? Daß ich nicht lache! Heute abend war ein Bericht in der Hessenschau, daß die Kreißsäle nach und nach geschlossen werden. Einmal war der Träger der Hessische Diakonieverein (offensichtlich evangelisch). Und in einem zweiten Beispiel ging es um ein Krankenhaus St. Josef (dem Namen nach katholisch). Aber unsere angeblichen Wohltäter handeln nicht anders als private Träger: Sie machen die Kreißsäle dicht, denn das „rentiert sich erst ab 500 Geburten“.
      Es braucht den Kirchen also gar nicht untersagt zu werden. Wenn die Zuschüsse gestrichen werden, rentiert sich das soziale Geschäft (in dem die Kirchen auch viele Ehrenamtliche für sich arbeiten lassen) nicht mehr, und sie machen einfach den Laden dicht. Denn da endet die Wohltätigkeit dieser Organisationen.
      Der Staat steht allerdings generell vor dem (finanziellen) Problem, eine ausreichende Versorgung im sozialen Bereich zu gewährleisten. Dieses wird noch dadurch anwachsen, daß sich demnächst die Dauer des Zivildienstes weiter verkürzen wird.

  2. Na, wenn Dawkins und Hetchins jetzt den Papst verhaften lassen, kommt am Ende ja möglicherweise Enteignung der Katholischen Kirche in Deutschland in Frage – damit dürfte man das eine oder andere Loch stopfen können.
    😉

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