Neues vom Arbeitslosenmarkt

Die zur Zeit niedrige Arbeitslosenquote ist zu einem gewissen Teil wohl auch der Bundesagentur für Arbeit zu verdanken. Offensichtlich hat diese ihr bisheriges Vorgehen überdacht. Nachdem sie schwervermittelbare Arbeitlose vor allem in merkwürdige Kurse schickte, in denen diese lernen sollten, anständige Bewerbungen für Jobs zu schreiben, die sie ohne wirkliche Qualifizierung sowieso nie bekommen werden, scheint die Agentur insgeheim dazu übergegangen zu sein, diese Leute einfach einzustellen. Zwar nicht als Vermittler, aber immerhin in der „Eingangszone“, einer der Schnittstellen zur Öffentlichkeit.

Aber was ist passiert? Ich schrieb eine Mail an meine zuständige Arbeitsagentur, und bat um einen Termin für eine Beratung zum Thema Qualifizierung. Ich muss dazusagen, dass ich nicht mehr arbeitslos gemeldet bin, um mir wenigstens als Freiberufler ein wenig hinzuverdienen zu können, bis ich wieder eine Festanstellung haben werde, mit der ich meinen Lebensunterhalt bestreiten kann.

Durch die Abmeldung bei der Agentur hatte ich keinerlei Nachteile, weil ich auch keine finanzielle Unterstützung von dieser Seite erhalte. Und da sie nicht für mich zahlen brauchten, hatten sie sich auch keine Mühe mehr gegeben, mich zu vermitteln. Auf eine Beratung habe ich jedoch selbst als Arbeitnehmer einen Anspruch.

Sehr geehrter Herr <Name ist der Redaktion bekannt>,

um ein Termin bei Vermittler zu bekommen, bitte melden Sie sich bei der zuständige Agentur für Arbeit, erneut arbeitslos.

Mit freundlichen grüßen

Ich möchte explizit darauf hinweisen, dass ich an der „Rechtschreibung“ keinerlei Änderungen vorgenommen habe. Die Antwort auf meine Anfrage kam wirklich genau so, wie ich sie hier zitiere.

Man kann der Dame (mit einem vermutlich griechischen Namen) natürlich zugutehalten, dass Deutsch nicht ihre Muttersprache ist. Von mir aus könnte auch ein Chinese meine Mails beantworten. Nur sollte die Arbeitsagentur dafür sorgen, dass in einem Bereich, der direkt mit der Öffentlichkeit kommuniziert, jemand sitzt, der der deutschen Sprache gewachsen ist. Und nicht diese arme Frau, die es geschafft hat, in zwei kurzen Sätzen, nicht weniger als sechs Fehler einzubauen. Ich gehe sogar davon aus, dass die Kürze ihrer Antwort auf mangelnde Sprachkenntnisse zurückzuführen ist.

Nichtsdestotrotz war ihre Antwort auch inhaltlich nicht korrekt. Ich schrieb erneut, dass ich um einen Beratungstermin bitte, nicht um Vermittlung. Und dann bekam ich doch tatsächlich kurz darauf diese Antwort, die, wie man am Stil sofort erkennt, von derselben Dame stammt (das Datum wurde von mir unkenntlich gemacht):

Sehr geehrter Herr <Name ist der Redaktion bekannt>,

mir war es möglich ein Termin zu vergeben, es wäre am TT.MM.JJ um SS:MM. Die schriftliche Einladung wurde soeben an Sie versendet.

Mit freundlichen Grüßen

Na, das sieht doch sowohl von der Form als auch vom Inhalt her besser aus, auch wenn es noch nicht so perfekt ist, wie z.B. Lebensläufe laut den Kursen der Arbeitsagentur sein sollten.

Nun frage ich mich, ob ich mich vielleicht mal bei der Arbeitsagentur als Mitarbeiter in der Eingangszone bewerben sollte. Die Anforderungen scheinen nicht besonders hoch zu sein. Aber wer weiß schon, wie die Bezahlung dort ist?

 

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