E-Mails? Ja, bitte!

E-Mails? Nein danke! – SPIEGEL ONLINE.

Lieber Ole Reißmann, das kann ich einfach nicht so stehen lassen. Im Beruf versuche ich Andere dazu zu erziehen, mir eine Mail zu schreiben, anstatt mich durch einen Telefonanruf zu erschrecken. Und Müll gibt es darunter ebensoviel wie bei den Anrufen.

Im privaten Bereich, für den ich selbstverständlich eine andere Adresse habe, sieht es ganz anders aus. (Stimmt nicht ganz, ich habe einige private Mailadressen, nicht nur eine.) Da bekomme ich für meinen Geschmack viel zu wenige Mails. Auf jeden Fall viel weniger als früher.

Und E-Mail ist nun wirklich die einfachste Art, übers Internet zu kommunizieren. Nicht zuletzt, weil es zu dieser uralten Methode inzwischen viele technische Hilfmittel gibt. Um eine Mail zu beantworten, muss ich nur noch einen Mausklick machen, und kann sofort die Anwort schreiben. Zum Absenden genügt ein weiterer Mausklick.

Zugegeben, es ist für Laien nicht ganz so einfach, die Mails vor dem eventuellen Mitlesen zu schützen, aber Verschlüsselung ist prinzipiell möglich. Ich will Mail gar nicht ersetzen, auch wenn ich zu manchem Zwecke andere „Plattformen“ nutze. Aber Mail ist sozusagen meine „Zentrale“. Dort läuft alles von Wichtigkeit ein, auch Benachrichtigungen über Nachrichten bei Facebook oder Twitter. Denn ich will keine Zeit damit verplempern, immer wieder zu kontrollieren, ob es etwas Neues gibt. Und wenn man nur alle zwei Tage dort hineinschaut, wird man keiner Diskussion angemessen folgen können.

Selbstverständlich benutze ich für große Dateien längst Dropbox, und gemeinsame Termine werden mit Doodle ermittelt. Vielleicht hinken Sie diesbezüglich der Entwicklung etwas hinterher, Herr Reißmann? Bei Apps mit Ortsfunktion wäre ich allerdings sehr vorsichtig. Es sei denn, Sie wollen einem undurchsichtigen Konzern erlauben, Ihre Bewegungen zu verfolgen.

Dass Mail zu langsam sei, lese ich zum ersten Mal. Wenn ich eine Mail versende, ist sie eine Sekunde später beim Empfänger, selbst dann, wenn dieser auf der anderen Seite dieses Planeten wohnt. Gut finde ich allerdings die Entschleunigung durch Mailverkehr: Bei Mails habe ich die Kontrolle darüber, wann ich sie lese, und wann ich sie beantworte. Das ist bei Telefonaten ganz anders. Und auch bei einer Twitternachricht wird von mir eine zeitnahe Reaktion erwartet. Nicht so bei Mails. Da lasse ich mir schon mal ein paar Tage Zeit, sie in Ruhe zu beantworten. Was sich bei der Qualität keineswegs negativ bemerkbar macht.

Übrigens verschicken Roboter keine Mails, auch wenn es Programme gibt, die „Robots“ genannt werden. Aber ein Roboter besteht aus Hardware. Der kann vielleicht Briefe schreiben, wenn man ihm beibringt, wie man einen Stift führt.

Ja, ich benutze auch Facebook, Twitter, Google+ und Skype zur Kommunikation – aber ich will niemals auf E-Mails verzichten. Dazu sind sie einfach viel zu praktisch. Und sie lassen einem genügend Zeit zum Nachdenken vor der Antwort…

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